Augmented Reality Marketing Instagram filters
25 März, 2026

Beste Augmented-Reality-Marketingkampagnen für Marken

von Dmitry Kornilov, CEO und Mitbegründer von FFFACE.ME studio

Augmented-Reality-Marketingkampagnen sind längst mehr als nur ein Gimmick. Heute helfen die besten AR-Aktivierungen Marken dabei, echte Marketingherausforderungen zu lösen: Aufmerksamkeit in überfüllten Umfeldern zu gewinnen, die Produktvisualisierung zu verbessern, die Kundenfrequenz zu steigern, Try-before-you-buy-Journeys zu unterstützen und Inhalte zu schaffen, die Menschen tatsächlich teilen möchten. Die Beispiele in diesem Artikel zeigen, wie AR in sehr unterschiedlichen Formaten funktionieren kann – von Bushaltestellen und Schaufenstern über E-Commerce und TikTok bis hin zu phygitalen Produktlaunches – und dabei trotzdem klaren geschäftlichen Mehrwert durch Engagement, Verkäufe, Traffic und Markenprägsamkeit liefert.

Beste AR-Marketingbeispiele über Branchen und Formate hinweg

Diese Auswahl enthält Augmented-Reality-Beispiele aus unterschiedlichen Branchen und Kampagnentypen und zeigt, wie sich AR an sehr verschiedene Marketingziele, Kanäle und Customer Journeys anpassen lässt.

  • OOH und öffentlicher Raum: Pepsi Max, Maybelline
  • Retail und Schaufensterflächen: Kiehl’s, Fendi
  • E-Commerce und Try-before-you-buy: IKEA Place, Makeup by Mario
  • Soziale Viralität und UGC: Fenty Beauty, Monobank, Warner Bros.’ Dune: Part Two
  • Phygitale Produkterlebnisse: Dolce & Gabbana Beauty, Bershka

Zusammen zeigen diese Cases, dass AR als Tool für Awareness, Engagement, Produktvisualisierung, Sales und Brand Storytelling in Beauty, Fashion, Retail, Entertainment, Fintech und Außenwerbung funktionieren kann.

Fenty Beauty — „Which RiRi Are You?“ TikTok-Filter — Virales Beauty-Engagement

FFFACE.ME entwickelte eine preisgekrönte Augmented-Reality-Kampagne für Fenty Beauty, die virales Entertainment mit sinnvoller Produktintegration verband. In nur wenigen Wochen erzielte der Filter über 100 Millionen Impressions und inspirierte mehr als 150.000 TikTok-Creations – ein Beleg dafür, welche Reichweite Social-AR erreichen kann, wenn sie auf Teilnahme und Teilbarkeit ausgelegt ist. Im Zentrum stand die spielerische Mechanik „Which Rihanna are you?“, die Nutzer:innen dazu einlud, einen von Rihannas ikonischen Looks zu entdecken – in einem Format, das Identitätsspiel, kulturelle Relevanz und organisches Engagement unterstützt. Um die Experience klar an die Marke anzubinden, war jedes Ergebnis mit einer Beauty-Journey rund um 20 Fenty-Beauty-Produkte verknüpft, die Nutzer:innen half, den jeweiligen Rihanna-Look nachzuschminken. Durch die Balance aus Spaß, Viralität und praktischer Produktentdeckung wurde die Kampagne zu einem starken Beispiel dafür, wie AR Branded Content in ein wirkungsstarkes Beauty-Erlebnis verwandeln kann, und erhielt Branchenanerkennung für ihre herausragende Performance, unter anderem einen Webby Award.

Pepsi Max — „Unbelievable“ Bus Shelter — AR-Werbung im öffentlichen Raum

Pepsi Max’ „Unbelievable“ Bus Shelter war eine AR-Out-of-Home-Kampagne, die 2014 in London startete. Pepsi verwandelte eine Bushaltestelle so, dass die Frontscheibe wie normales Glas wirkte, tatsächlich aber ein digitaler Bildschirm war, der mit versteckten Kameras synchronisiert wurde. Dadurch konnten Pendler die echte Straßenszene sehen, kombiniert mit dramatischen AR-Illusionen wie einem Tiger, Aliens oder einem herabstürzenden Meteor.

Die Idee war, das alltägliche Warten an der Haltestelle in einen schockierenden, extrem teilbaren Markenmoment zu verwandeln. Statt AR für Nutzen einzusetzen, nutzte Pepsi AR für Überraschung, Spektakel und Viralität. Versteckte Kameras filmten die Reaktionen der Menschen, und das Kampagnenvideo verbreitete sich schnell online. Es wurde zu einem der ikonischsten frühen Beispiele für AR-Werbung und zeigte, wie AR klassische Außenwerbung interaktiver, einprägsamer und kulturell relevanter machen kann.

Kiehl’s — AR-Schaufenster — Aus Vorbeigehenden Kundschaft machen

Kiehl’s verwandelte sein Schaufenster in ein interaktives, AR-gestütztes Tool zur Kundengewinnung, das Passantinnen und Passanten zum Anhalten bewegte und in den Store führen sollte. Mithilfe einer Hautanalyse in Echtzeit visualisierte die Installation sichtbare Hautthemen direkt auf der Scheibe und machte aus einem gewöhnlichen Vorbeigehen ein personalisiertes Beauty-Erlebnis. Statt auf statische Displays zu setzen, nutzte Kiehl’s das Schaufenster selbst als Live-Engagement-Kanal, der dazu einlud, den Laden zu betreten und maßgeschneiderte Hautpflege-Lösungen zu entdecken. Laut Loook erzielte die Aktivierung 3.118 Interaktionen, durchschnittlich 17 Aktivierungen pro Stunde, und trug vor allem zu einem Plus von 20 % beim Foot Traffic bei. Infolge dieser Ergebnisse wurde das Format auf weitere Standorte und andere stark frequentierte Umgebungen ausgeweitet.

Fendi — AR-Brillen-Try-on — Umsatztreiber im Travel Retail

Fendi machte Travel Retail mit einem freihändigen AR-Spiegel interaktiver, der es Flughafen-Shoppern ermöglichte, Sonnenbrillen in Echtzeit virtuell anzuprobieren. Statt passiv zu stöbern, konnten Reisende vor den Screen treten, verschiedene Fassungen sofort im eigenen Gesicht sehen und ein gebrandetes, ausgedrucktes Foto aus dem Erlebnis mitnehmen. Für das hochfrequentierte Transit-Umfeld konzipiert, setzte die Aktivierung auf Tempo, Einfachheit und starke visuelle Wirkung. Laut Loook wurden 400+ Fotos gedruckt, die Sonnenbrillenlinie war während der Aktivierung ausverkauft, und es wurden 43 % Umsatzwachstum im Jahresvergleich gegenüber der Nicht-AR-Version erzielt. Der Case zeigt, wie AR Travel Retail in ein interaktives Erlebnis mit klaren kommerziellen Ergebnissen verwandeln kann.

IKEA – Place App – AR-Produktvisualisierung vor dem Kauf

IKEA Place war eine der ersten großen AR-Retail-Apps, die über den reinen Neuheitswert hinaus einen klaren praktischen Nutzen in der realen Welt demonstrierte. Die im September 2017 gestartete und auf Apples ARKit basierende App ermöglichte es Kunden, maßstabsgetreue IKEA-Möbel vor dem Kauf virtuell in ihren eigenen vier Wänden zu platzieren. Nutzer konnten einen Raum mit ihrem Smartphone scannen, digitale Sofas, Stühle oder Tische in den Raum platzieren und in einer Vorschau sehen, wie die Produkte mit realistischen Proportionen, Texturen, Licht und Schatten wirken würden. IKEA gab an, dass die App eine Maßstabsgenauigkeit von etwa 98 % bot, was die Produktvisualisierung wesentlich praktischer machte und Kunden half, sicherere Kaufentscheidungen zu treffen. Die App wurde zu einem wegweisenden Beispiel für den AR-Einzelhandel, da sie zeigte, wie eine immersive Produktvisualisierung Kaufzögern verringern und das Erlebnis vor dem Kauf verbessern kann.

Maybelline New York – AR-Plakatwand – Groß angelegte Produkteinführung

Für die Markteinführung der Falsies Surreal Extensions Mascara entwickelte FFFACE ein interaktives AR-Plakat-Erlebnis für Maybelline New York, das die Fassade eines Stadtgebäudes in eine groß angelegte Beauty-Aktivierung verwandelte. Mithilfe dessen, was Loook als den weltweit größten AR-Spiegel bezeichnet, konnten Passanten sich live auf einem 4.000 m² großen Bildschirm sehen und die neue Mascara in Echtzeit virtuell ausprobieren. Das Projekt kombinierte großformatiges DOOH mit Echtzeit-AR-Interaktion und starkem UGC-Potenzial und verwandelte eine Produkteinführung in ein immersives öffentliches Erlebnis. Laut der Fallstudie generierte die Aktion in 8 Stunden über 10.000 Interaktionen in der realen Welt, über 3 Millionen Online-Impressionen und mehr als 10 Medienberichte, was zeigt, wie Loook AI Außenwerbung in messbare, wirkungsvolle AR-Werbekampagnen verwandeln kann.

Makeup by Mario – Virtuelles Anprobieren auf der Website – Erst ausprobieren, dann online kaufen

Diese websitebasierte Lösung für virtuelles Ausprobieren brachte ein echtes „Try-Before-You-Buy“-Erlebnis in den Beauty-E-Commerce, indem sie es Käufern ermöglichte, die Farbtöne von Makeup by Mario direkt auf der Website in Echtzeit zu erkunden. Integriert in Shopify und andere beliebte Plattformen kombinierte das Erlebnis fortschrittliche AR- und KI-Technologie, um das Online-Shopping interaktiver, personalisierter und reibungsloser zu gestalten, ohne dass ein App-Download oder zusätzliche Schritte erforderlich waren. Basierend auf dem Snapchat SDK bot die Lösung realistische Farbgenauigkeit, eine reibungslose Anpassung an verschiedene Gesichter und Lichtverhältnisse sowie eine nahtlose Integration in den Einkaufsprozess. Der Fall zeigt, wie eine virtuelle Anprobe eine traditionelle E-Commerce-Website in eine immersivere Umgebung verwandeln kann, die Kunden dabei hilft, sicherere Kaufentscheidungen zu treffen.

Warner Bros. – Dune: Part Two Snapchat Lens – Beispiel für immersives AR-Marketing

Im Vorfeld des Kinostarts am 1. März 2024 startete Warner Bros. gemeinsam mit Snapchat eine AR-Kampagne, die Fans in die Welt von Arrakis entführen sollte, anstatt ihnen nur einen Trailer zu zeigen. Im Mittelpunkt stand eine Snapchat-Linse, mit der sich Nutzer in einen Fremen verwandeln und scheinbar auf einem riesigen Sandwurm reiten konnten, wodurch das visuelle Universum des Films zu einem spielerischen, teilbaren mobilen Erlebnis wurde. Die Kampagne umfasste zudem maßgeschneiderte Cameo-Sticker und Videoanzeigen zum Thema „Dune“, die Nutzer auf eine Microsite zum Ticketkauf weiterleiteten und so das AR-Engagement mit einem direkten Konversionspfad verbanden. Sie startete zunächst in den USA und Kanada und wurde am 28. Februar auf globale Märkte ausgeweitet, was sie zu einem eindrucksvollen Beispiel für Entertainment-Marketing macht, das Immersion, Fanbeteiligung und Unterstützung des Ticketverkaufs in einer einzigen sozialen AR-Kampagne vereint.

Dolce & Gabbana Beauty – NFC-Sticker – Phygital Beauty Experience

Für die Markteinführung der Eye Dare You Beyond Palette arbeitete Dolce & Gabbana Beauty mit FFFACE.ME und Celine Bernaerts zusammen, um maßgeschneiderte NFC-fähige Gesichtssticker zu entwickeln, die Beauty, Technologie und immersives Storytelling miteinander verbanden. Mit einem einzigen Fingertipp konnten Nutzer ein exklusives DGMakeup-KI-Erlebnis freischalten, ihren Look mithilfe des Bold Look AI Generators verändern und auf spielerische, personalisierte Weise mit der Kampagne interagieren. Die Aktion war in Dolce & Gabbana-Boutiquen, ausgewählten Geschäften und über TikTok verfügbar und erweckte das Phygital-Beauty-Konzept zum Leben, indem sie einen physischen Produkt-Touchpoint mit einem digitalen AR-Erlebnis verband. Das Projekt ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Marken vernetzte Beauty-Technologie nutzen können, um Produkteinführungen interaktiver, einprägsamer und teilbarer zu gestalten.

Monobank – AR-Filter – Virale Reichweite durch intelligente Verbreitung

Für eine Aprilscherz-Kampagne verfolgten Monobank und FFFACE.ME einen unkonventionellen Ansatz bei der Verbreitung des AR-Filters, indem sie das Erlebnis nicht nur über Instagram, sondern direkt über die App der Bank bewarben. Obwohl Monobank nur etwa 50.000 Instagram-Follower hatte, verfügte sie über mehr als 2 Millionen Nutzer ihrer Banking-App, sodass die Kampagne eine Push-Benachrichtigung nutzte, um den neuen Filter sofort einem viel größeren Publikum vorzustellen. Diese clevere Verbreitungsstrategie ermöglichte es, dass das AR-Erlebnis an einem einzigen Tag Millionen von Nutzern erreichte, und zeigte, dass der Erfolg einer digitalen AR-Marketingkampagne nicht nur vom kreativen Konzept selbst abhängt, sondern auch davon, wie es umgesetzt wird. Der Fall ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Marken das AR-Engagement steigern können, indem sie eigene Kanäle auf unerwartete Weise aktivieren.

Bershka – AR-Kleidung – Mode trifft auf digitale Selbstdarstellung

Bershka testete ein „Phygital“-Modeformat, das ausgewählten Kleidungsstücken eine AR-Ebene hinzufügt. In Zusammenarbeit mit FFFACE.ME konnten Käufer bestimmte Artikel scannen, um markenspezifische digitale Inhalte freizuschalten, wodurch das Produkt zu einem Einstiegspunkt für Interaktion und teilbare Kreationen wurde. Was diesen Ansatz besonders macht, ist die Verlagerung von Kleidung als rein physischem Kauf hin zu Kleidung als vernetztem Erlebnis, das auf dem Smartphone fortgesetzt wird. Insgesamt zeigt der Fall, wie AR Selbstdarstellung und tieferes Engagement fördern kann, indem es Einzelhandelsprodukte auf digitale Berührungspunkte ausweitet.

Warum diese AR-Kampagnen funktioniert haben

Die stärksten Augmented-Reality-Werbekampagnen in dieser Liste sind aus unterschiedlichen Gründen erfolgreich, weisen jedoch einige gemeinsame Muster auf. Erstens nutzen sie einen einfachen Mechanismus, den die Menschen sofort verstehen, sei es das Anprobieren einer Sonnenbrille, das Betrachten von Möbeln in einem Raum oder das Entdecken, welcher Rihanna-Look zu ihnen passt. Zweitens reduzieren sie Reibungsverluste, anstatt sie zu vergrößern, und erfordern oft nicht mehr als einen Blick auf eine Ladenfront, eine Smartphone-Kamera oder ein Antippen. Drittens verbinden sie das Erlebnis klar mit dem Produkt, sodass sich die Interaktion relevant und nicht wie eine Spielerei anfühlt. Und schließlich schaffen sie entweder Nutzen, Spektakel oder Teilbarkeit – im Idealfall alle drei. Diese Kombination macht aus AR eine Kampagne, an die sich die Menschen erinnern und die Marken messen können.

Welche Marken können Augmented Reality für Marketingkampagnen nutzen?

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass großartige AR-Marketingkampagnen nicht allein durch die Technologie definiert werden. Was sie effektiv macht, ist, wie gut das Format zum Marketingziel passt. Wenn das Ziel Bekanntheit ist, kann AR OOH interaktiver und aufmerksamkeitsstärker machen. Wenn das Ziel die Konversion ist, kann es das „Try-before-you-buy“-Erlebnis und die Produktvisualisierung unterstützen. Wenn das Ziel Engagement ist, kann es Erlebnisse schaffen, die Menschen teilen möchten. Die besten Kampagnen nutzen AR nicht nur, weil es futuristisch wirkt – sie nutzen es, weil es die Interaktion mit der Marke nützlicher, immersiver oder einprägsamer macht, als es traditionelle Medien könnten.